Yardsticktabelle

 

Auf dieser Seite erfahrt Ihr mehr zum Thema Yardstick.


Yardstick (aus dem engl. abgeleitet von Elle) ist ein auf den Engländer Zillwood Milledge
zurückgehendes Berechnungssystem für das es erlaubt, Jollen oder Jachten unterschiedlicher
Bauform in einer Regatta gegeneinander antreten zu lassen. Jeder Bootsklasse
wird dabei eine
empirisch
ermittelte Yardstickzahl zugeordnet, die die Leistungsfähigkeit des Boots widerspiegelt.
Bei einer Regatta wird dann für alle Teilnehmer die gesegelte Zeit gemessen und mit der
Yardstickzahl nach folgender Formel umgerechnet:


 mathrm{Berechnete ; Yardstickzeit} = frac{mathrm{Gesegelte ; Zeit} cdot 100}}


Beispiel: Ein Korsar
hat die Yardstickzahl 103, eine VB-Jolle (Volksboot) hat die Yardstickzahl 122.
Benötigt die VB-Jolle 60 Minuten bis ins Ziel, so muss der Korsar nach 50 Minuten im Ziel sein,
um vor dem Volksboot platziert zu werden.

Je kleiner also die Yardstickzahl einer Bootsklasse ist, desto schneller sind die Boote dieser Klasse.

Eine Liste der allgemeinen deutschen Yardstickzahlen sowie revierbezogene Yardstickzahlen
veröffentlicht die Kreuzer-Abteilung
des Deutschen Segler Verbandes.

Vergleichbare Erkenntnisse oder weitere, in Deutschland nicht in den Listen aufgeführte Schiffstypen,
liefern die Listen des englischen Verbandes (Portsmouth Yardstick der RYA) oder das in Skandinavien
verbreitete Lingdö-Yardstick-System LYS.

Exaktere Ergebnisse liefern Vergütungsfaktoren nach ORC oder IMS, die aber komplizierter als die
Yardstickzahl ermittelt werden und regelmäßige, teilweise kostspielige Vermessungen bedingen.

Starten alle Boote zur gleichen Zeit, wird die Platzierung am Ende mit Hilfe der Yardstickzahlen ermittelt.
Eine Alternative dazu ist der Känguru-Start.



Unter dem Känguru-Start versteht man im Segelsport ein spezielles Startverfahren für Yardstick-Regatten.

Auf Grund der herrschenden Windverhältnisse, des ausgelegten Kurses und der Yardstickzahlen der beteiligten
Schiffe
wird eine durchschnittliche Segelzeit für jedes dieser Schiffe berechnet.

Von einem Boot mit der Yardstickzahl 100 aus – dem so genannten Null-Boot – werden dann die Zeitzuschläge
oder Zeitabschläge für jedes Boot ermittelt, um die sich die Startzeit vom Null-Boot unterscheidet. Das rechnerisch
langsamste Boot startet zuerst, dann folgt das zweitlangsamste und so weiter, bis zuletzt das rechnerisch

schnellste Boot startet.

Das Verfahren selbst ist bei wechselnden Windverhältnissen sehr unsicher, da die Startzeiten vor der Wettfahrt
nach einem Momentanwert berechnet werden, der nach dem Start des ersten Schiffes nicht mehr verändert werden
darf. Vorteil dieses Startverfahrens ist, dass entgegen den sonstigen Yardstickregatten nach dem Zieldurchgang die
Platzierungen nicht berechnet werden müssen, sondern der Erste im Ziel der Sieger ist.

Der Name Känguru-Start wurde vom ehemaligen Chef-Vermesser des Deutschen Segler-Verbandes Günther Ahlers
geprägt.
Ahlers lebte von 1968 an rund zehn Jahre in Australien
. Bei den fast überall in der Welt üblichen so genannten
Mittwochsregatten
– in den USA Wednesday Night Race oder salopp Beer Can Race genannt – wendeten die
Australier zu diesem Zeitpunkt bereits das Startverfahren an, bei dem das langsamste Boot zuerst startet.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland führte Ahlers dieses Startsystem auf den Hamburger Regattabahnen ein.
Mit Anspielung auf seine Zeit in Australien wurde das System schnell als "das System von dem Känguru" bekannt,
das sich mittlerweile auf den deutschen Regattabahnen etabliert hat und beim Start mit einer grünen Flagge
mit einem Känguru angezeigt wird.



Die Yardstickzahlen basieren entweder auf Klassenvorschriften oder auf dem von der Werft festgelegten
Standard. Diese Standards sind durch Kennungen oder Kennbuchstaben in den Listen als
Yardstick-Grundstandard definiert.


Rigg und Segel
Sofern für eine Yacht unterschiedliche Riggs möglich sind, werden die verschiedenen Riggformen durch folgende
Zusatzkennungen angegeben:


(Topp) = Topp-Rigg
(7/8) = Partial-Rigg (vom Topp-Rigg abweichende Riggform
             wie z.B. 15/16-, 7/8- oder 3/4-Rigg) (BinnR) = Binnen-Rigg (höheres Rigg als werftseitiger Standard)


'J' = Vorsegel-Basis (Abstand Vorkante Mast bis Schnittpunkt Deck / Mitte Vorstag)


'IG' = Vorsegel-Masthöhe (Abstand Oberkante Deck bis Schnittpunkt Vorkante Mast / Mitte Vorstag)


'E' = Großsegel-Unterliekslänge (Abstand Achterkante Mast bis Vorderkante schwarzes Band am Baum, wenn nicht
        vorhanden die gesamte Baumlänge


'P' = Großsegel-Vorliekslänge (Abstand Oberkante Großbaum bis unterkante schwarzes Band im Masttopp,
wenn das nicht vorhanden ist, bis Mitte Großfallrolle). Die maximalen Breiten des Großsegels (3/4, 1/2, 1/4, Kopfbreiten)
müssen dem IOR- bzw. IMS-Standard entsprechen.

Diese Maße können bei Unstimmigkeiten als Standard herangezogen werden, sie ermöglichen außerdem die Berechnung
einer Vergütung bzw. Bestrafung bei zu kleinen oder zu großen Riggs.


Die mit 'B' nach der Yardstickzahl gekennzeichneten Yachten sind Einzelkonstruktionen oder statistisch noch
nicht so gut erfaßte Yachten. Bei Yachten, die nach der Yardstickzahl mit einem 'A' versehen sind, liegen dagegen
umfangreiche Yardstick-Erfahrungen vor.
Ein kleines 'v' nach der Yardstickzahl bedeutet, daß diese gegenüber dem Vorjahr geändert wurde, ein kleines 'n',
daß dieses Boot neu aufgenommen wurde.


Die Kielform ist vor den Yardstickzahlen mit folgender Kennung angegeben:
KK = Kurzkiel
KKF = flacher Kurzkiel (als werftseitige Alternative)
FK = Flügelkiel
KKS = Kurzkiel mit Schwert
LK = Langkiel
LKS = Langkiel mit Schwert
SK = Senkkiel (Hub- oder Schwenkkiel) oder Schwert
DK = Doppelkiel


Kennbuchstaben für Segel- oder Motorausrüstung:
X = D.H. Spinnaker (SMW>1,8 x J)
S = Spinnaker mit folgenden Maximalmaßen, sofern nicht Klassenvorschriften oder Werftstandard etwas
anderes vorgeben: Maximale Lieklänge = Vorstagslänge (bei Mast in senkrechter Position),
maximale Breite = 1,8 x J, mit J = Basisbreite des Vorsegeldreiecks


Zweiter Kennbuchstabe
G = Genua mit folgenden Maximalmaßen, sofern nicht Klassenvorschriften oder Werftstandard etwas
anderes vorgeben: Maximal-LP = 1,5 x J (50% Überlappung) mit LP = Lot Schothorn - Vorliek
K = Kreuzfock mit Maximal-LP = 1,1 x J. Wird auch nur eines dieser Maximalmaße überschritten,
muß die Yardstickzahl korrigiert werden. Überschreitung eines Maximalmaßes kann nicht durch
Unterschreitung eines anderen ausgeglichen werden.


Dritter Kennbuchstabe
V = Einbaumotor mit Falt- oder Verstellpropeller
F = Einbaumotor mit Festpropeller
Fehlt ein Kennbuchstabe oder steht an dessen Stelle ein '-', so ist die entsprechende Ausrüstung nicht vorhanden.

 

Yardsticktabelle: